Der in München geborene österreichisch-deutsche Komponist und Dirigent Kai Johannes Polzhofer erhielt bereits vor seines Dirigierstudiums am renommierten Sankt Petersburger Konservatorium (Klasse: Alexander Alexeev) und der Auswahl für das nationale Solistenprogramm in Kopenhagen wichtige Impulse von Paavo und Neeme Järvi, Jorma Panula und Daniele Gatti. Seine Musik wurde im In- und Ausland ausgestrahlt (u.a. auf Österreich 1, dem Bayerischen Rundfunk, dem Nationalen Rundfunk Estland und Radio Russland) und er arbeitete bereits mit führenden Ensembles der internationalen Neuen Musik Szene zusammen, etwa dem Grammy-prämierten Parker Quartet, dem Ensemble Recherche und dem “nation’s most important quartet” (The New York Times) JACK Quartet. Als Dirigent arbeitete Polzhofer mit Solisten des Mariinski Theaters Petersburg, Mitgliedern der Deutschen Oper Berlin und des Gustav Mahler Jugend Orchesters, als auch dem Symphonieorchester Århus und den Kopenhagener Philharmonikern. Als Semifinalist des internationalen Kussewitzky-Wettbewerbs 2021 verbinden ihn zudem musikalische Assistenzen mit den Dirigenten Ilan Volkov und Leonid Grin. 2015 dirigierte er zudem in Boston die letzte Uraufführung eines Werks von Alban Berg, des von ihm eingerichteten und bei der Edition Gravis herausgegebenen Symphonie Fragments von 1913.

Ein wichtiges Anliegen Kai Johannes Polzhofers ist die Verbindung von Musik, Musikästhetik und Philosophie. So publiziert er regelmäßig akademisch über diese Themenfelder und gab 2016 mit Dániel Péter Biró das Buch „Perspectives for Contemporary Music in the 21st Century“ (Hofheim) heraus.  Er unterrichtete Komposition und Musiktheorie and der Harvard University und arbeitete als Dozent für Philosophie an der Universität Leipzig. Für seine Lehrtätigkeit wurde er mit dem “Certificate of Distinction in Teaching” der Harvard University ausgezeichnet. Zu seinen kompositorischen Hauptlehrern zählen Chaya Czernowin, Steven Kazuo Takasugi, Klaus Lang und Claus-Steffen Mahnkopf.

Zahlreiche bis heute existierende und erfolgreiche Projekte, die Musik als Teil gesellschaftlichen Diskurses verteidigen, wurden von ihm initiiert und geleitet. So etwa das Du Bois Orchestra at Harvard (ein Symphonieorchester, dem er in seiner Zeit in Boston als künstlerischer Leiter vorstand und das sich gegen Rassismus und für gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen mittels klassischer Musik, pädagogischen Projekten und Aufführungen marginalisierter Komponistinnen und Komponisten engagiert), forma Leipzig e.V. (ein Künstlerkollektiv, das den Dialog Neuer Musik und zeitgenössischer Literatur fördert), wie zuletzt das Kandinsky Orchestra Petersburg (ein Kammerorchester, das weniger bekanntes Repertoire nach Russland bringen will).

Kai Johannes Polzhofer wurde u.a. mit dem nationalen Deutschlandstipendium während seiner Philosophie- und Kompositionsstudien in Leipzig gefördert und promovierte mit einem Vollstipendium der Harvard University dort im Fach Komposition. Er wird von der Monsignore Fellerer Kunststiftung und Stiftunglife gefördert. Seine Kompositionen erscheinen seit 2013 bei der Edition Gravis (Berlin).